Was ist die petrochemische Industrie?

Die petrochemische Industrie ist eine Gruppe von Unternehmen, die organische Verbindungen aus Erdöl und anderen Arten fossiler Brennstoffe herstellen. Petrochemikalien werden zur Herstellung von Gütern wie Kunststoffen, Kosmetika, Schmiermitteln und Farben verwendet. Dies unterscheidet sich von der Ölindustrie, die den Treibstoff für Strom, Transport und Heizung produziert. Die petrochemische Produktion ist eine Schlüsselkomponente in fast allen Herstellungsprozessen auf der ganzen Welt. Während die USA und Westeuropa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die größten Zentren der petrochemischen Produktion waren, haben auch Länder im Nahen Osten und in Asien Raffinierungs- und Verarbeitungszentren zur Unterstützung ihrer eigenen Produktion entwickelt.

Wie der Name schon sagt, werden Petrochemikalien am häufigsten aus Erdöl hergestellt, obwohl Verbindungen auch aus anderen fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdgas raffiniert werden können. In einigen Gebieten werden Petrochemikalien auch aus Zuckerrohr, Mais und anderen ökologischen landwirtschaftlichen Quellen hergestellt. Dies geschieht häufig in Ländern, die über wenige fossile Brennstoffquellen, aber Raum für großflächige Landwirtschaft verfügen. Die petrochemische Produktion macht etwa 5 Prozent der jährlichen Öl- und Gasversorgung aus, was die Forschung nach alternativen erneuerbaren Quellen mit weniger volatilen Preisen anregt.

Der Produktionsprozess beginnt typischerweise in einer Raffinerie, wo rohe fossile Brennstoffe in die leichteren Komponenten getrennt werden, die für Kraftstoffe und Petrochemikalien verwendet werden. Die Industrie nimmt diese raffinierten Produkte und verarbeitet sie zu verschiedenen Petrochemikalien wie Ethylen, Propylen, Butadien, Benzol, Toluol, Xylol und Synthesegas. Dieser Prozess wird als Cracken bezeichnet und kann mit Hitze oder chemischen Katalysatoren durchgeführt werden. Diese Produkte werden dann zur Herstellung von Waren für Verbraucher und andere Industrien verwendet.

Die petrochemische Produktion kann aufgrund der hohen Temperaturen und flüchtigen Verbindungen ein gefährlicher Prozess sein. Neben der Gefahr chemischer Explosionen und Brände können diese Anlagen auch zur Luft- und Wasserverschmutzung beitragen. Viele Länder regeln den Bau und Betrieb petrochemischer Produktionsanlagen sorgfältig, um die Risiken und Schäden für die Umwelt zu mindern. In einigen Bereichen werden auch Kohlendioxid (CO2)-Emissionen aus der petrochemischen Industrie untersucht, um ihre Auswirkungen auf das globale Klima zu bestimmen.

Die Gründung der petrochemischen Industrie markierte einen bedeutenden Punkt in der Entwicklung der menschlichen Fertigungstechnologie. Da synthetische Materialien aus Petrochemikalien gewonnen werden, verlässt sich die Herstellung bei der Herstellung von Konsumgütern wie Reifen und Kleidung nicht mehr ausschließlich auf natürliche Substanzen wie Gummi und Baumwolle. Viele Produkte auf dem Markt enthalten synthetische Materialien aus der petrochemischen Industrie, entweder im Produkt selbst oder in der Verpackung.

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