Was ist ein Polysulfid?

Polysulfide sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die aus Ketten von Schwefelatomen bestehen und lösungsmittel-, chemikalien- und witterungsbeständig sowie flexibel und zugfest sind. Diese Verbindungen werden hauptsächlich als Zusatzstoffe bei der Herstellung von Kautschuken, Dichtstoffen und Klebstoffen verwendet. Mehrere attraktive Eigenschaften machen Produkte auf Polysulfidbasis ideal für Anwendungen im Tiefbau, in Flugzeugen und im Haushalt, wo die Einwirkung von Kraftstoffen, Schmiermitteln und Reinigungsmitteln andere Produkte ausschließt. Die inhärente Flexibilität und Witterungsbeständigkeit von Polysulfid-Dichtstoffen ist in der Schifffahrts-, Schwimmbad- und Bauindustrie von großem Vorteil. Trotz der vielen vorteilhaften Anwendungen von Polysulfidprodukten ist bei der Verwendung auf bestimmten Kunststoffen Vorsicht geboten, da sie bekanntermaßen PVC- und ABS-Artikel zersetzen.

Polysulfid wurde erstmals 1926 vom amerikanischen Chemiker Joseph C. Patrick identifiziert. Eine formelle Handelsidentität erlangte die Verbindung erstmals im Jahr 1929, als ihr der Handelsname Thiokol verliehen wurde, der seitdem zum generischen Standard für Polysulfide geworden ist. Die umfangreiche Liste nützlicher Eigenschaften machte Polysulfide schnell zu einem beliebten Grundprodukt für eine breite Palette von Klebstoffen, Dichtstoffen und Gummiprodukten. Zu diesen Eigenschaften gehören eine gute Schnitt- und Reißfestigkeit, ein hohes Maß an Chemikalien- und Lösungsmittelbeständigkeit, eine ausgezeichnete Wetterbeständigkeit und eine Oberfläche, die sich leicht formen, schleifen und lackieren lässt. Produkte auf Polysulfidbasis halten auch wiederholter Biegung und Stößen sowie Temperaturwechseln stand und weisen gute Korrosionsschutzeigenschaften auf.

Diese Eigenschaften machen Polysulfid-Dichtstoffe zu einem Standard in der Schiffstechnik und -reparatur, wobei viele Produkte umfassende Garantien bieten. Dichtstoffe und Klebstoffe können unterhalb der Wasserlinie im Salzwasser verwendet werden, ohne dass die Dichtungsintegrität verloren geht. Die Flexibilität der Produkte bedeutet auch, dass sie eine kontinuierliche Biegung des Helms gut bewältigen. Aus dem gleichen Grund werden diese Dichtungsmittel häufig in der Schwimmbadindustrie eingesetzt. Auch Fugen zwischen Decks, Pflastersteinen und Gehwegen profitieren von der Witterungs-, Schlag- und Biegefestigkeit von Polysulfid-Dichtstoffen.

Gummidichtstoffe und -produkte auf Polysulfidbasis werden aufgrund ihrer mechanischen Festigkeit und Beständigkeit gegen Zersetzung durch Benzin, Diesel, Kerosin und Schmiermittel häufig in Bereichen wie der Luftfahrt- und Bauindustrie eingesetzt. Die Produkte eignen sich auch hervorragend als Dichtstoffe und Isolatoren für Fenster und Türen aus Verbundglas. Auch in der Dentaltechnik werden spezielle Polysulfidkautschuk-Typen als Abformmaterialien eingesetzt. Ein Nachteil dieser Produkte besteht jedoch darin, dass sie dazu neigen, manche Kunststoffe spröde zu machen und Risse zu bekommen. Dies gilt insbesondere für ABS- und PVC-Kunststoffe; Für diese Materialien sollten keine Polysulfidprodukte verwendet werden.

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