Was ist Metallchelatbildung?

Unter Metallchelatbildung versteht man den Prozess, bei dem ein Chelatbildner verwendet wird, um Metalle aus dem Körper zu entfernen. Chelatbildner binden an Metallionen und halten sie bis zur Ausscheidung in unschädlicher Schwebe. Die Metallchelat-Therapie wird am häufigsten eingesetzt, um toxische Mengen an Blei, Quecksilber und Arsen aus dem Blutkreislauf und dem Gewebe zu entfernen. Es wird manchmal als alternative Behandlung für Hämochromatose, einen Eisenüberschuss im Blut, eingesetzt.

Die Chelat-Therapie ist nur zur Behandlung von Schwermetalltoxizität zugelassen. Die Therapie wurde als Heilmittel für eine Vielzahl von Erkrankungen angepriesen, darunter die Parkinson-Krankheit, die Alzheimer-Krankheit und Autismus. Zahlreiche groß angelegte Studien wurden zur Wirksamkeit der Metallchelatbildung als alternative Behandlung dieser Erkrankungen durchgeführt. Studien zeigen, dass die Chelat-Therapie keine Wirkung auf andere Erkrankungen als die Schwermetalltoxizität hat.

Es gibt mehrere Verbindungen, die Metallionen isolieren und binden können. Bei Bleitoxizität wird Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) eingesetzt. Dimercaprol bindet sowohl an Arsen als auch an Quecksilber. Kupfertoxizität wird mit Penicillamin behandelt. Dimercaptobernsteinsäure oder DMSA bindet Blei, Quecksilber und Arsen.

Bei der Anwendung unter ärztlicher Aufsicht kommt es bei der Metallchelatbildung nur selten zu schwerwiegenden Nebenwirkungen. Nach Angaben der US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle war jedoch die Verwendung einer ungeeigneten Form von EDTA für mehrere Todesfälle verantwortlich. In diesen Fällen wurde Dinatrium-EDTA anstelle des häufiger vorkommenden Calcium-EDTA verwendet. Die Hauptgefahr der Chelat-Therapie besteht darin, dass sich Chelatbildner wahllos an Metallionen binden und so wichtige Mineralien wie Zink und gleichzeitig giftige Schwermetalle entfernen.

Die Chelat-Therapie ist eine medizinische Langzeitbehandlung. Chelatbildner können intravenös, intramuskulär oder oral verabreicht werden. Eine intravenöse Infusion kann bis zu vier Stunden dauern. Die Therapie dauert bis zu 12 Wochen und umfasst die wiederholte Verabreichung von Chelatbildnern. Dies ist die bevorzugte Methode zur Entfernung giftiger Metalle über einen längeren Zeitraum, da eine schnellere Entfernung von Metallen mit schwerwiegenderen Nebenwirkungen verbunden ist.

Die Verabreichung von Chelatbildnern kann zu gefährlich niedrigen Serumkalziumspiegeln führen. Auch eine Metallchelat-Therapie kann zu Nierenschäden führen. Im Verlauf der Behandlung führt der Arzt Blutuntersuchungen durch, um den Serumkalziumspiegel zu überprüfen und die Nierenfunktion zu überwachen. Patienten erhalten außerdem hochdosierte zusätzliche Vitamine und Mineralien, um das zu ersetzen, was bei der Chelatbildung entfernt wird.

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